6. Katzenweisung, „Ich beruhige mich, indem ich mich berühre“
- majabuetikofer

- 4. Jan.
- 2 Min. Lesezeit

Katzen lecken ihr Fell nicht nur aus Pflege.
Sie tun es, wenn ihr Inneres zu schnell geworden ist.
Wenn etwas sie irritiert hat.
Wenn ihr Körper eine klare Linie braucht.

Und sehr oft tun sie es nach dem Fressen.
Nicht aus Gewohnheit,
sondern um einen Übergang zu markieren:
von Aufnahme zu Verarbeitung,
von Außen nach Innen,
von Aktivität zu Ruhe.
Das Lecken bringt sie zurück in die eigene Mitte:
rhythmisch, warm, vorhersehbar.
Eine kleine Geste, die dem Nervensystem sagt:
„Es ist gut. Du bist hier.“
Sie tun das nach einem Schreck.
Zwischen Spielen und Ruhen.
Oder einfach dann,
wenn der Moment zu viel geworden ist.
Es ist ihr unaufgeregter Weg, sich selbst zu ordnen.
Was wir Menschen davon lernen können
Auch wir nehmen ständig etwas auf:
Nahrung, Gespräche, Eindrücke, Informationen.
Und oft gehen wir sofort weiter, -
ohne zu integrieren, ohne bei uns anzukommen.
Katzen zeigen:
Nach dem Aufnehmen braucht es Kontakt.
(Mit Aufnehmen ist alles gemeint, was unser Körper und Nervensystem verarbeiten müssen.)
Wir müssen nicht immer stark, produktiv oder klar sein.
Manchmal reicht eine einzige, ruhige Bewegung,
um inneren Druck zu lösen:
eine Hand auf den Brustkorb legen
den eigenen Arm halten
den Nacken berühren
die Hände wärmen
über die Schultern streichen
Es geht nicht darum, „sich zu beruhigen“.
Es geht darum, mit sich in Kontakt zu kommen.
So, wie Katzen es tun: leise, direkt, körpernah.
Mini-Übung: Eine Geste zurück zu dir 1. Kurz innehalten (5 Sekunden) Spürst du ein kleines Ziehen, eine Anspannung, ein Durcheinander? 2. Berühren (10–20 Sekunden) Lege deine Hand dorthin, wo dein Körper gerade Aufmerksamkeit sucht — Bauch, Brust, Nacken, Hände. Spüre Wärme, Gewicht, Kontakt. 3. Nachgeben lassen (10 Sekunden) Atme einmal ruhig aus. Warte, bis dein Körper minimal weicher wird. Ein winziger Wechsel reicht. |
Das ist die menschliche Version des Sich-Schleckens:
eine kleine Rückkehr zu dir selbst.



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