5. Katzenweisheiten, „Papier zerreissen“
- majabuetikofer

- 27. Dez. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 4. Jan.

Papier zerreißen – Was steckt wirklich dahinter?
Junge Katzen, die jede Quittung, Serviette oder Zeitung zerfetzen, folgen nicht einem „Unfug-Impuls“, sondern drei sehr klaren inneren Programmen.
Alle drei lassen sich erstaunlich gut auf menschliche Verhaltensmuster übertragen.
1. Sensorische Befriedigung: „Das fühlt sich richtig an.“
Papier knistert, gibt nach, reagiert.
Für junge Katzen ist das ein perfekter Reiz:
haptisch (Widerstand, Textur)
akustisch (rascheln, reißen)
motorisch (zugreifen, festhalten, zerren)
Übertrag auf Menschen:
Wir suchen ebenfalls Reize, die sich „richtig“ anfühlen – zum Beispiel tippen, kneten, klicken, schnipsen oder Notizen zerreißen.
Es ist eine Form von Selbstregulation über Sinneskanäle.
2. Jagdtraining: Papier = Beute, die sich nicht wehrt
Reißbares Material bietet eine sichere Bühne für Grundinstinkte:
anpirschen
festhalten
zerlegen
Dieses Verhalten zeigt:
Deine junge Katze trainiert ihr Beuteschema – ohne Risiko.
Papier ist die perfekte „Kooperationsbeute“, die immer verliert.
Übertrag auf Menschen:
Wir suchen „sichere Übungsfelder“:
To-do-Listen abhaken
Dinge auseinandernehmen, um sie zu verstehen
spielerische Herausforderungen, die garantiert gelingen
Wir brauchen Aufgaben, die unsere Kompetenz stärken, ohne zu überfordern.
3. Spannungsabbau: Mikro-Entladung statt Überforderung
Zerreißen ist eine schnelle, körpernahe Entladung.
Viele junge Katzen nutzen Papier, wenn:

sie aufgedreht sind
Langeweile in Unruhe kippt
zu viele Reize da sind
sie Übergänge schlecht regulieren können
Übertrag auf Menschen:
Wir tun dasselbe – nur subtiler.
Stifte klicken
Papier zerknüllen
mit dem Fuß wippen
Etiketten abreißen
Es sind unbewusste Stress- und Übergangsrituale.
Was ist die „Weisheit“ dahinter?
👉 Eine junge Katze zeigt perfekt, wie intuitive Selbstregulation aussieht.
Sie sucht Reize, die ihr System beruhigen oder aktivieren – je nachdem, was sie gerade braucht.
Sie wartet nicht, sie analysiert nicht – sie macht einfach und korrigiert damit ihren inneren Zustand.
Das ist die eigentliche Weisheit:
Katzen nutzen kleine, körpernahe Handlungen, um sofort wieder ins Gleichgewicht zu kommen.
Etwas, das wir Menschen oft verlernen.
Mini-Blog-Fazit
Wenn man all das zusammennimmt, wird klar:
Wenn deine Katze Papier zerreißt, ist das kein „Fehlverhalten“.
Es ist Körpersprache, die sagt:
„Ich reguliere mich gerade. Ich ordne die Welt, indem ich etwas zerlege.“
Und genau das tun wir Menschen – nur subtiler und sozial akzeptabler – jeden Tag.
Wenn junge Katzen Papier zerreißen, zeigt das:
„Ich lerne, ich reguliere, ich probiere mich aus.“
Wenn ältere Katzen es nicht mehr tun, zeigt das:
„Ich kenne mich, ich brauche das nicht mehr, ich spare Energie.“
Das Verhalten ist kein Verlust - Es ist ein Zeichen von Reife.
Manchmal reicht ein zerrissenes Stück Papier, um etwas loszulassen. Doch es gibt Tage, da zerreisst nicht das Papier – sondern der Himmel selbst.
Manche Katzen regulieren sich durch Bewegung. Andere durch Berührung.
Beides führt zurück in den Körper.




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