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5. Katzenweisheiten, „Papier zerreissen“

Aktualisiert: 4. Jan.

Katze mit Seil

Papier zerreißen – Was steckt wirklich dahinter?

Junge Katzen, die jede Quittung, Serviette oder Zeitung zerfetzen, folgen nicht einem „Unfug-Impuls“, sondern drei sehr klaren inneren Programmen.

Alle drei lassen sich erstaunlich gut auf menschliche Verhaltensmuster übertragen.


1. Sensorische Befriedigung: „Das fühlt sich richtig an.“

Papier knistert, gibt nach, reagiert.


Für junge Katzen ist das ein perfekter Reiz:

  • haptisch (Widerstand, Textur)

  • akustisch (rascheln, reißen)

  • motorisch (zugreifen, festhalten, zerren)


Übertrag auf Menschen:


Wir suchen ebenfalls Reize, die sich „richtig“ anfühlen – zum Beispiel tippen, kneten, klicken, schnipsen oder Notizen zerreißen.


Es ist eine Form von Selbstregulation über Sinneskanäle.


2. Jagdtraining: Papier = Beute, die sich nicht wehrt


Reißbares Material bietet eine sichere Bühne für Grundinstinkte:

  • anpirschen

  • festhalten

  • zerlegen


Dieses Verhalten zeigt:

Deine junge Katze trainiert ihr Beuteschema – ohne Risiko.

Papier ist die perfekte „Kooperationsbeute“, die immer verliert.


Übertrag auf Menschen:


Wir suchen „sichere Übungsfelder“:

  • To-do-Listen abhaken

  • Dinge auseinandernehmen, um sie zu verstehen

  • spielerische Herausforderungen, die garantiert gelingen


Wir brauchen Aufgaben, die unsere Kompetenz stärken, ohne zu überfordern.


3. Spannungsabbau: Mikro-Entladung statt Überforderung


Zerreißen ist eine schnelle, körpernahe Entladung.

Viele junge Katzen nutzen Papier, wenn:


Katze zerreisst meine Post

  • sie aufgedreht sind

  • Langeweile in Unruhe kippt

  • zu viele Reize da sind

  • sie Übergänge schlecht regulieren können



Übertrag auf Menschen:

Wir tun dasselbe – nur subtiler.

  • Stifte klicken

  • Papier zerknüllen

  • mit dem Fuß wippen

  • Etiketten abreißen


Es sind unbewusste Stress- und Übergangsrituale.


Was ist die „Weisheit“ dahinter?


👉 Eine junge Katze zeigt perfekt, wie intuitive Selbstregulation aussieht.


Sie sucht Reize, die ihr System beruhigen oder aktivieren – je nachdem, was sie gerade braucht.

Sie wartet nicht, sie analysiert nicht – sie macht einfach und korrigiert damit ihren inneren Zustand.


Das ist die eigentliche Weisheit:

Katzen nutzen kleine, körpernahe Handlungen, um sofort wieder ins Gleichgewicht zu kommen.

Etwas, das wir Menschen oft verlernen.


Mini-Blog-Fazit

Wenn man all das zusammennimmt, wird klar:


Wenn deine Katze Papier zerreißt, ist das kein „Fehlverhalten“.

Es ist Körpersprache, die sagt:

„Ich reguliere mich gerade. Ich ordne die Welt, indem ich etwas zerlege.“

Und genau das tun wir Menschen – nur subtiler und sozial akzeptabler – jeden Tag.


Wenn junge Katzen Papier zerreißen, zeigt das:

„Ich lerne, ich reguliere, ich probiere mich aus.“


Wenn ältere Katzen es nicht mehr tun, zeigt das:

„Ich kenne mich, ich brauche das nicht mehr, ich spare Energie.“

Das Verhalten ist kein Verlust - Es ist ein Zeichen von Reife.



Manchmal reicht ein zerrissenes Stück Papier, um etwas loszulassen. Doch es gibt Tage, da zerreisst nicht das Papier – sondern der Himmel selbst.



Manche Katzen regulieren sich durch Bewegung. Andere durch Berührung.

Beides führt zurück in den Körper.

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