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🎇Sylvester, aus den Augen einer Katze

Aktualisiert: 4. Jan.

Wenn der Himmel schreit – eine Katzenweisheit zu Silvester


Katze an Sylvester


„Ich weiß nicht, warum der Himmel schreit. Aber ich weiß, dass Nähe leiser ist als Angst.“

Wenn es knallt, verliere ich nicht nur die Ruhe.

Ich verliere Orientierung.

Die Wände, die sonst Schutz bedeuten, zittern.

Der Boden, der mich trägt, vibriert.

Ich verstehe nicht, was gefeiert wird –nur, dass die Welt plötzlich unberechenbar ist.


Ich renne nicht weg aus Trotz.

Ich verstecke mich nicht aus Schwäche.

Ich folge einem uralten Wissen: Überleben heißt, still zu werden.

Unter dem Sofa, hinter Vorhängen, in dunklen Eckenwarte ich darauf, dass die Welt wieder Sinn ergibt.

Ich weiß nichts von Kalendern, von Neuanfängen oder Vorsätzen. Ich weiß nur, dass Angst laut ist und Sicherheit leise.

Wenn du bei mir bleibst, ohne mich zu zwingen, wenn deine Stimme ruhig bleibt und deine Hände nichts fordern, dann lernt mein Herz etwas Neues:

Dass selbst in einer lauten Nacht - Schutz existieren kann.

Doch ich bin nicht allein.


Während ich mich in die Wohnung zurückziehe, fliegen draußen Vögel kopflos in die Dunkelheit. Sie schlagen gegen unsichtbare Grenzen, verlieren Orientierung, Energie, manchmal ihr Leben.

Wildtiere rennen, bis ihre Reserven aufgebraucht sind. Was für Menschen Minuten des Staunens sind, wird für andere ein Kampf ums Überleben.


Silvester ist laut –aber nicht jeder kann wegsehen, weggehen oder verstehen.

Für die Menschen ist es ein Moment. Für viele Tiere ist es Angst, die nicht mit dem letzten Knall endet.

Vielleicht ist Rücksicht das leiseste Feuerwerk. Vielleicht ist Stille auch ein Anfang. Vielleicht feiern wir das neue Jahr am schönsten, wenn alle es überleben.

Wenn der Himmel wieder schweigt, bleibe ich noch eine Weile dort, wo es sicher war. Nicht, weil ich nachtragend bin, sondern weil Vertrauen Zeit braucht.

Katzenweisheit zum Jahreswechsel: Nicht alles, was hell ist, bedeutet Freude. Und nicht alles, was leise ist, ist leer.

Manche Katzen regulieren sich durch Bewegung. Andere durch Berührung.

Beides führt zurück in den Körper.


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