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📖 "Der Riss in der Schale"- Geschichten, die bewegen – und was dahinter steckt

Geschichten, die bewegen


💥Der Riss in der Schale 

Teil 5 der Reihe "Geschichten, die bewegen"


Eine Frau trug jeden Tag Wasser vom Brunnen nach Hause.

Dafür hatte sie zwei grosse Schalen, die an einem Holzstab hingen, den sie über ihre Schultern trug.

Eine der Schalen war ganz. Die andere hatte einen feinen Riss.

So kam es, dass auf dem Weg nach Hause immer ein Teil des Wassers verloren ging.

Die unversehrte Schale war stolz darauf, ihre Aufgabe perfekt zu erfüllen. Die beschädigte Schale hingegen schämte sich.

Eines Tages sagte sie leise: „Ich bin nicht so, wie ich sein sollte. Ich verliere jeden Tag einen Teil von dem, was du trägst.“


Die Frau lächelte.

„Hast du bemerkt, dass auf deiner Seite des Weges Blumen wachsen – und auf der anderen nicht?“

Die Schale schwieg.

„Ich habe dort Samen ausgestreut“, sagte die Frau. „Und jeden Tag hast du sie gegossen.“

Sie blieb stehen und fügte hinzu: „Ohne dich gäbe es diese Blumen nicht.“


Was dahinter steckt


In belastenden Zeiten entsteht oft das Gefühl, nicht zu genügen. Nicht stark genug zu sein. Nicht „richtig“ zu funktionieren.

Gerade dann richten wir den Blick häufig auf das, was fehlt, was schwerfällt oder nicht perfekt ist.

Doch manchmal liegt genau dort auch etwas Wertvolles.

Nicht alles muss ganz sein, um Bedeutung zu haben.

Manchmal entsteht etwas Neues genau an den Stellen, an denen wir unsere Schwächen vermuten.

Und vielleicht darf es Schritt für Schritt darum gehen, den eigenen Blick darauf zu verändern.


Inspiriert von einer bekannten Erzählung

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