Panik & Angst (Teil 6)
- majabuetikofer

- 19. Okt. 2025
- 2 Min. Lesezeit
"Einblicke in die Menschen hinter der Diagnose -Psychiatrie-Blog"
Teil 6: Rückfälle verstehen und bewältigen
„Warum ein Rückschritt kein Versagen ist“

Auch wenn du bereits Strategien gegen Angst oder Panikattacken entwickelt hast, kann Angst manchmal überraschend zurückkehren.
Rückfälle sind kein Zeichen von Schwäche – sie gehören zum normalen Heilungsweg.
Entscheidend ist nicht, dass die Angst zurückkommt, sondern wie du darauf reagierst.
Warum Rückfälle bei Angst kein Versagen sind
Stress, körperliche Erschöpfung oder belastende Lebensereignisse können alte Muster reaktivieren. Rückfälle bei Angst sind Signale deines Körpers und eine Gelegenheit, deine erlernten Strategien erneut anzuwenden und zu festigen.
Strategien zum Bewältigen von Rückfällen
1️⃣ Akzeptieren statt bekämpfen
Vorwürfe belasten nur – akzeptiere den Rückfall als Signal deines Körpers, nicht als Niederlage.
2️⃣ Bekannte Werkzeuge nutzen
Atemübungen, Achtsamkeit oder dein Angsttagebuch können helfen, Panikattacken zu bewältigen und die Angst zu regulieren. Du hast bereits Strategien – setze sie erneut ein.
3️⃣ Unterstützung suchen
Sprich mit vertrauten Personen oder deinem Therapeuten. Rückfälle lassen sich leichter bewältigen, wenn man nicht allein bleibt.
4️⃣ Neue Impulse einbauen
Nutze Rückfälle als Chance, weitere Methoden auszuprobieren – z. B. neue Entspannungsverfahren, Selbsthilfegruppen oder Online-Kurse.
Erfahrungsbeispiel
Anna, 32, hatte über Monate gelernt, ihre Panikattacken zu bewältigen. Eines Tages kehrte die Angst überraschend zurück, als sie nach einem langen Arbeitstag erschöpft nach Hause kam. Plötzlich spürte sie das vertraute Herzrasen, die Enge in der Brust und die lähmende Angst, die sie schon so oft erlebt hatte.
Zunächst war Anna verunsichert und dachte, sie hätte ihre Fortschritte verloren. Doch dann erinnerte sie sich an ihre bewährten Strategien: Sie setzte sich ruhig hin, begann bewusst zu atmen und trug ihre Gefühle und körperlichen Symptome in ihr Angsttagebuch ein. Gleichzeitig rief sie ihre Therapeutin an, um sich kurz auszutauschen und die Situation einzuordnen.
Durch diese Kombination aus Selbstregulation, Reflexion und externer Unterstützung konnte Anna die Attacke innerhalb kurzer Zeit beruhigen. Rückblickend betrachtet, sieht sie den Rückfall nicht als Niederlage, sondern als eine wertvolle Gelegenheit: Sie konnte ihre erlernten Strategien erneut anwenden, neue Erkenntnisse über ihre eigenen Auslöser gewinnen und ihr Vertrauen in den Umgang mit Angst weiter stärken.
💡 Tipp für dich: Wenn du selbst einen Rückfall erlebst, atme bewusst tief ein und aus, benenne deine Gefühle schriftlich oder laut und sprich mit einer vertrauten Person oder deinem Therapeuten.
Kleine Schritte wie diese können dir helfen, die Kontrolle zurückzugewinnen und den Rückfall als Lernmoment zu nutzen.
📚 Buchtipp: „Das Angstbuch – Woher Ängste kommen und wie man sie bekämpfen kann“ von Prof. Borwin Bandelow
Ein fundierter und gleichzeitig gut verständlicher Ratgeber: In „Das Angstbuch“ erklärt der bekannte Angstforscher Prof. Borwin Bandelow, warum Angststörungen und Panikattacken entstehen, warum sie manchmal wiederkehren und welche wissenschaftlich fundierten Strategien helfen können.
Zahlreiche Beispiele machen Mut und zeigen, dass Rückschläge kein Versagen sind, sondern Teil des Heilungsprozesses.
Das Buch ist praxisnah geschrieben und bietet fundierte Informationen und Strategien – ideal für alle, die Angst bewältigen und Rückfälle erfolgreich meistern wollen.
💡 Merke: Heilung verläuft in Wellen. Rückfälle sind kein Anfang, sondern eine Gelegenheit, deine Erfahrung und Werkzeuge zu nutzen. Jeder Schritt zählt – auch nach einem Rückschlag.
✨ Ermutigung: Rückfälle sind kein Versagen – sie laden dich ein, deine Stärken neu zu entdecken und deinen Weg Schritt für Schritt weiterzugehen.

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