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Fachbuch im Fokus: „Wer tut dir gut?" von Gabriel Palacios (IV)

Wie du lernst, Menschen richtig einzuschätzen

Teil 4. Praktische Übungen für mehr Klarheit in Beziehungen


Gabriel Palacios

Die Frage, ob uns eine Beziehung wirklich guttut, lässt sich oft nicht allein durch Nachdenken beantworten.

Denn häufig ist unser Körper schneller als unser Verstand.

Unser Nervensystem reagiert – lange bevor wir etwas logisch einordnen können.

Die folgenden Übungen sind inspiriert durch Impulse aus dem Buch „Wer tut dir gut?“ und wurden für diesen Beitrag vereinfacht sowie durch psychologische Überlegungen ergänzt.


Übung 1: Der Körperkompass

Nach einer Begegnung kann es hilfreich sein, einen Moment innezuhalten.

Nicht analysieren. Nicht bewerten. Sondern einfach wahrnehmen.


Stelle dir Fragen wie:

  • Wie fühlt sich mein Körper gerade an?

  • Bin ich ruhig – oder eher angespannt?

  • Habe ich mehr Energie – oder fühle ich mich erschöpft?


Unser Nervensystem ist ein feines Orientierungssystem. Es zeigt uns oft sehr klar, ob sich etwas stimmig anfühlt –oder ob unser Inneres eher in Alarmbereitschaft geht.


Übung 2: Das Beziehungstagebuch

Manche Dynamiken werden erst mit etwas Abstand sichtbar.

Ein einfaches Beziehungstagebuch kann helfen, Klarheit zu entwickeln.


Nach einem Treffen kannst du dir zum Beispiel notieren:


  • Was hat sich heute gut angefühlt?

  • Gab es Momente, die sich unstimmig angefühlt haben?

  • Habe ich meine Grenzen wahrgenommen und vertreten?


Mit der Zeit zeigen sich oft wiederkehrende Muster.

Und genau diese Muster sind wertvoll –weil sie dir helfen zu erkennen, welche Beziehungen dich stärken und welche dich eher verunsichern.


Übung 3: Selbsthypnose – der innere Beziehungs-Kompass

Diese einfache Imaginationsübung kann dir helfen, deine Wahrnehmung zu vertiefen und deinem Gefühl mehr zu vertrauen.


Nimm dir dafür ein paar ruhige Minuten:

  1. Setze dich bequem hin und atme einige Male langsam ein und aus.

  2. Denke an eine vergangene Beziehungssituation.

    Eine Begegnung, die dich beschäftigt.

  3. Beobachte, was in deinem Körper passiert.

    Ganz ohne Bewertung.

  4. Und nun erinnere dich an eine Situation, in der du dich sicher und respektiert gefühlt hast.

    Vielleicht ruhig. Vielleicht gesehen. Vielleicht einfach angenommen.

  5. Lass dieses Gefühl bewusst stärker werden. Spüre, wie es sich in deinem Körper ausbreitet.


Mit der Zeit kann das Nervensystem lernen, Sicherheit stärker zu gewichten als bloße Intensität.


Zum Abschluss

Es geht nicht darum, perfekte Menschen zu finden.

Es geht darum, zu erkennen,wer deinem Nervensystem Sicherheit gibt –und wer dich wachsen lässt.

Denn je besser du dich selbst verstehst, desto klarer wird auch, wer wirklich zu dir passt.

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